Gorilla Trekking in Ruanda

Der Ryangombe-Kult

Niemand weiß genau, wie alt die Legende des Kriegers Ryangombe ist. Doch der Kult um seine Person lebte bis vor wenigen Generationen in der babandwa-Bruderschaft in Ryangombes Namen fort

Niemand konnte einen Pfeil so weit und gerade schießen, wie Ryangombe. Niemand rannte so schnell und schlich auf so leisen Sohlen wie er. Ryangombe war der beste Krieger und verteidigte seinen Wald, den Buhanga Forest, gegen böse Eindringlinge. Außerdem war, Ryangombe der Häuptling der „babandwa“ – einem Bund von Ruandischen Männern, die in den Kult des Ryangombe aufgenommen wurden.

Die Legende erzählt vom heldenhaften Ende des großen Kriegers, als dieser von einem riesenhaften Büffel angefallen wird. Seine Freunde versuchten Ryangombe zu helfen, doch alle ließen bei dem Versuch ihr Leben. Der Gott Imana beschloss, den tapferen Kriegern einen besonderen Platz auf dem Vulkan Karisimbi zu geben, wo sie ein besseres Leben nach dem Tod führten als alle anderen.

Zwischen den Tutsi, Hutu und Twa gelangte der Ryangombe-Kult um den mächtigen Krieger zu einer treibenden Kraft für sozialen Zusammenhalt. Die „babandwa“, eine religiös-politische Bruderschaft, führe Rituale, Gesänge und Tänze zu Ehren des großen Ryangombe auf. Diese Gruppe bestand nicht ständig fort, sondern traf sich nur einmal im Juli, um neue Mitglieder in die Bruderschaft aufzunehmen. Während dieser Zeremonien bemalten sich die Männer und einer trat als Geist des Ryangombe auf – bewaffnet mit einem heiligen Speer. Nach dem Ritual reinigten sich alle Mitglieder der Bruderschaft in einem Fluss.

Heute können höchstens noch die Enkel ehemaliger Ryangombe-Brüder erzählen, dass sich ihre Großväter im Sommer zu diesen streng vertraulichen Riten trafen. Nur ein Lied über das Leben des Ryangombe besteht noch bis heute im traditionellen Liedgut der Ruander fort.



Karte von Ruanda