Gorilla Trekking in Ruanda

Die Welt schaut zu

Die Aufarbeitung des Genozids in Ruanda beschäftigt seit 1994 die Menschen und Politik des Landes. Doch dieser traurige Abschnitt der Geschichte tangiert bei weitem nicht nur Ruanda selbst, zumal auch andere Länder und sogar der Vatikan betroffen – oder auch nicht betroffen - waren

Bis heute ist beispielsweise die Haltung Frankreichs während des Genozids nicht abschließend geklärt. Auf Grund eines Abkommens von 1962 fiel Frankreich die Rolle des Beschützers von Ruanda zu, was allerdings kein aktives Eingreifen in Konflikte vorsah. Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass französische Soldaten vor dem Genozid die Truppen für die ruandische „Forces Armées Rwandaises“ (FAR) ausbildeten. Als es zum Krieg kam, sollen sogar als FAR-Soldaten getarnte Franzosen aktiv in die Kämpfe zwischen Hutu und Tutsi eingegriffen haben. Daraufhin forderte die von Tutsi geführte FPR-Partei den Abzug sämtlicher französischer Schutztruppen und stattdessen eine Mission der unparteiischen UN-Blauhelme. Am 5. Oktober 1993 wurde dieser Forderung stattgegeben.

Abzug als es brenzlig wird

Doch gerade, als ein Einsatz der Blauhelme zur Schlichtung des Kriegs erforderlich wurde, zog die internationale Völkergemeinschaft die 2.400 in Ruanda stationierten UN-Soldaten einfach ab.
Dass keine Nation in den Völkermord eingriff lag angeblich vor allem an der Vorreiterrolle der USA, die sich dazu schlichtweg weigerten. Wohl aus Angst vor einer ähnlichen Katastrophe wie 1992 in Somalia.

Erst, als im Mai 1994 die Zahl der ermordeten Tutsi und Hutu in die Hunderttausende ging entschloss sich die UNO, endlich zu handeln und schickte in der „Opération Turquoise“ gemeinsam mit Frankreich erneut Blauhelm-Truppen nach Ruanda. Diese allerdings sollen etlichen am Völkermord beteiligten FAR-Mitgliedern die Flucht in den Kongo ermöglicht haben. Das Schlimmste konnten die UN-Truppen nicht verhindern. Ihnen blieben nur noch Schadensbegrenzung und die Versorgung der Flüchtlinge.

Kollaborateure in der Kirche

Dass Nächstenliebe eines der zehn Gebote ist, scheint die ruandische Kirche während des Genozids völlig vergessen zu haben. Denn sowohl hochrangige Glaubensvertreter als auch der Vatikan reagierten gar nicht bis spät auf das Morden in Ruanda und warteten ab, was passiert. Die Kirche in Ruanda arbeitete teils sogar mit den Völkermördern zusammen und bestritt hinterher jede Schuld. Erst, als der Krieg in Ruanda längst vorbei war, wagte sich der damalige Papst Johannes Paul II aus der Deckung und deklarierte die Konflikte in Ruanda als das, was sie wirklich waren: ein Genozid.



Karte von Ruanda