Gorilla Trekking in Ruanda

Schutz der Berggorillas

Bis 1902 wusste noch niemand von den Berggorillas in Ruandas Wäldern. Damals stießen zwei deutsche Forscher mehr zufällig auf eine Gruppe und wurden prompt getötet. Dieser vorfall war bestimmend für das Verhältnis zwischen Menschen und Gorillas für die nächsten Jahrzehnte und entsprechend verfolgt wurden die Tiere. Es schien fast so als würde die erst neu entdeckte Spezies ebenso schnell wieder für immer verschwinden, bis sich die berühmte amerikanische Zoologin Diane Fossey für die Berggorillas einsetzte. Als sie 1985 starb, gab es in Ruanda nur noch schätzungsweise 300 überlebende Gorillas!

Diane Fosseys Vermächtnis

Heute erholen sich die Gorilla-Familien dank eines Schutzprojekts im Volcanoes National Park wieder und man schätzt ihre Zahl auf rund 800. In diesem Teil Nordwest-Ruandas gründete ehedem Diane Fossey eine Forschungsanstalt, die bis heute in ihrem Namen als Karisoke Research Center mit Geldern des Dian Fossey Fund International fortgeführt wird.

Den Menschen wird immer bewusster, dass die Berggorillas in Ruandas Wäldern eine wichtige touristische Einnahmequelle darstellen und somit nimmt ihr Schutz einen zusehends höheren Stellenwert ein. Zwar wollte Diane Fossey mit dem Schutz der Gorillas eben das genaue Gegenteil erreichen und die Menschen möglichst weit weg von den sensiblen Tieren wissen, doch heute erweist sich der Tourismus als nützlich – für den Schutz der Gorillas und auch für die lokale Bevölkerung.

Ein Held für die Berggorillas

Einer der Helden im Kampf um das Fortbestehen der Berggorillas in Ruanda ist der Wissenschaftler Eugene Ratagarama, der sich seit nunmehr 20 Jahren für die Tiere im krisengebeutelten Ruanda einsetzt. Als erster Afrikaner ist er Direktor des Internationalen Gorilla-Schutzprogramms (International Condervation Gorilla Program – IGCP) und für diesen Posten musste er Verfolgung in Kauf nehmen und sah viele seiner Kollegen und seine Familie im Zuge des Genozids sterben.

Gerade weil er sich diesen Posten so hart erkämpfen musste und als Mitglied der Tutsi sogar inhaftiert war, ist sein Einsatz umso leidenschaftlicher. Als er seinen Job antrat, sah er sich einem vom Krieg stark angegriffenen Naturpark in den Bergen gegenüber. Um das Umfeld für die Berggorillas wieder lebenswert zu machen, begaben sich die Ranger in Lebensgefahr: Landminen und die Gefechte zwischen feindlichen Truppen waren an der Tagesordnung.
Ein weiteres Problem waren die vielen heimatlosen Flüchtlinge, die in die Berge rings um den Volcanoes National Park strömten und die Berggorillas verstörten.

Vorbild für andere Länder

Eugene Ratagaramas intensiven Anstrengungen und einem guten Netzwerk von Helfern und Freunden ist es zu verdanken, dass trotzdem ein Schutzgebiet ausgewiesen wurde, in das Menschen keinen Zutritt haben. Bis heute. Seine geschickte, sensible und für alle Beteiligten sinnvolle Vorgehensweise gilt heute in anderen krisengebeutelten Regionen als Vorbild, wenn es um den Schutz kriegsgeschädigter der Natur und der Tiere geht.



Karte von Ruanda